Die Papyrologin Elena Chepel entwickelt mit Anagnostes ein innovatives KI-gestütztes Instrument zur Entzifferung griechischer Papyri anhand digitaler Bildaufnahmen.
Das System erkennt und transkribiert automatisch die auf den Papyri erhaltenen Texte und schlägt darüber hinaus Ergänzungen für beschädigte oder fehlende Textpassagen vor. Anagnostes wurde von Elena Chepel (Institut für Alte Geschichte, Papyrologie und Epigraphik) gemeinsam mit Anton Repushko (Head of Research bei Revolut) entwickelt.
Als erstes Werkzeug seiner Art bietet Anagnostes eine praxisnahe Unterstützung für Papyrologinnen und Papyrologen bei der Bearbeitung und wissenschaftlichen Erschließung bislang unpublizierter Quellen. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz eröffnet das Projekt neue Möglichkeiten für die Erforschung antiker Texte und leistet einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der Geisteswissenschaften.
Die beiden Projektpartner werden Anagnostes Anfang September auf der 20th International Conference on Document Analysis and Recognition (ICDAR 2026) in Wien im Rahmen des Workshop on Computational Paleography präsentieren. Darüber hinaus wird das Projekt auch auf einer internationalen Tagung zum Thema Handwritten Text Recognition, die von der Universität Wien, der Princeton University und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) organisiert wird, vorgestellt.
Mit Anagnostes setzt die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät einen weiteren Impuls für die digitale Papyrologie. Das Projekt stärkt die internationale Sichtbarkeit der Forschung an der Universität Wien und fördert die Entwicklung innovativer Methoden für die Analyse und Edition antiker Schriftzeugnisse.